Immunochemischer Stuhltest

Darmspiegelung bleibt Standard, aber Stuhltest ist besser als nichts

(31.08.2015)

Die Darmspiegelung ab 55 hat den nicht überbietbaren Vorteil, dass der Magen-Darm-Arzt im Zuge der Untersuchung sofort sämtliche Polypen und damit die gefährlichen potenziellen Vorstufen eines Darmkrebs entfernen kann, sagt der Darmkrebsexperte Dr. Jens Aschenbeck vom Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng). Das Darmkrebsrisiko wird auf diese Weise drastisch reduziert.

 

Obwohl alle Experten nicht müde werden, die Vorteile des Verfahrens zu betonen, bleibt die Teilnahmerate am Screening-Programm der gesetzlichen Krankenkassen seit Jahren unter den Erwartungen. Diese Tatsache spiegelt unter anderem eine Scheu vieler Menschen, die Darmspiegelung in Anspruch zu nehmen. Unbegründete Vorbehalte gegen die Untersuchung verunsichern trotz erheblich vereinfachter Darmreinigung, dem Angebot der Sedierung und der Sicherheit vor den Folgen einer Krebserkrankung immer noch viele der anspruchsberechtigten Versicherten.

 

Für die, die immer noch zögern, gibt es eine zweitbeste Lösung, um sich durch Früherkennung vor Darmkrebs zu schützen. Neue Daten des Tumorregisters aus Venetien (Italien) belegen, dass auch immunochemische Tests auf verstecktes Blut im Stuhl dazu beitragen können, die Darmkrebssterblichkeit in einer Region zu senken. Mit dem Befund Blut im Stuhl lassen sich zögernde Menschen leichter davon überzeugen, zur Darmspiegelung zu gehen, sagt Dr. Aschenbeck. Die immunochemischen Stuhltests sind aber nur die zweitbeste Lösung, weil sie erst anschlagen, wenn sich Darmkrebsvorstufen bereits so weit entwickelt haben, dass sie zu Blutungen führen, erläutert der Darmkrebsexperte. Wer gleich zur Darmspiegelung geht, kann verhindern, dass es überhaupt so weit kommt.

 

 

Vorsorge wird messbar

FAZ-Artikel zum Thema

(14.08.2014)

In der Beilage „Natur und Wissenschaft“ der FAZ vom 6.8.2014 hat der Redakteur Stephan Sahm einen Aufsatz zur Darmkrebsvorsorge veröffentlicht. Die Darstellung nimmt bezug auf die vom bng unterstützte Stiftung LebensBlicke, die erstmals ausführlich in einer auch wissenschaftlich renommierten Zeitung zu Wort gekommen ist.

 

Den Artikel finden Sie hier.

 

 

Volkskrankheit Divertikel

Magen-Darm-Ärzte empfehlen angemessene Therapie

(08.07.2014)

Mehr als ein Drittel der Deutschen entwickelt im Laufe des Lebens Ausstülpungen der Darmwand, die meist harmlos sind, aber bei Komplikationen zu Beschwerden im Unterbauch führen können. Der Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng) rät zu mehr Sensitivität bei der Diagnosestellung und Behandlung der Divertikelkrankheit und der Divertikulitis, die zunehmend auch jüngere Menschen betreffen.

 

„Anhaltende Unterbauchschmerzen, gegebenenfalls mit Stuhlgangsveränderungen einhergehend, sind ein zwingender Grund, sich beim Hausarzt vorzustellen, der dann entscheidet, ob eine genauere Untersuchung beim Magen-Darm-Arzt erforderlich ist“, erklärt bng-Sprecherin Dr. Dagmar Mainz. Ziel der gerade neu herausgegebenen medizinischen Diagnose- und Therapie-Leitlinien für die Divertikel-Erkrankung ist es, durch eine Klassifikation des Krankheitsbildes nach aktuellem Kenntnisstand adäquate Vorgehensweisen zu empfehlen. Bislang wurde häufig übertherapiert, oft ohne bildgebende Untersuchungsverfahren. „Generell“, so Dr. Mainz, „wird mehr Zurückhaltung im Umgang mit Antibiotika und chirurgischen Eingriffen angemahnt.

 

“Der Magen-Darm-Arzt ist Spezialist für technisch anspruchsvolle minimal invasive Untersuchungen und Behandlungen mit endoskopischen Verfahren wie der Magen- und der Darmspiegelung sowie mit speziellen Ultraschall-Methoden. Er verfügt über große Erfahrungen im Umgang mit akuten und chronisch-entzündlichen Erkrankungen des Verdauungssystems, die sehr individuelle und ausgefeilte Behandlungen erfordern. Nicht zuletzt kümmern sich die Magen-Darm-Ärzte um die Darmkrebsvorsorge, bei der die Darmspiegelung eindeutig die beste Methode ist.

 

 

 

Darmkrebs

Deutschland Spitzenreiter bei Neuerkrankungen und Todesfällen

(30.06.2014)

Die europäische Fachgesellschaft der Gastroenterologen hat im Rahmen ihrer Tagung Ende April in Tschechien darauf hingewiesen, dass zurzeit in Europa etwa alle drei Minuten ein Mensch an Darmkrebs stirbt. Mit mehr als 63.000 Neuerkrankungen und über 25.000 Todesfällen steht das bevölkerungsreiche Deutschland auf der Liste der von Darmkrebs betroffenen Europäer ganz oben.

 

„Auf europäischer Ebene sind sich die Experten einig, dass die Möglichkeiten des Vorsorge-Screenings nach wie vor nicht ausgeschöpft werden“, erklärt Dr. Arno Theilmeier vom Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng). „Das gilt trotz aller Bemühungen, die Bürger zu motivieren, auch für Deutschland. Zu spät entdeckt verläuft Darmkrebs in vielen Fällen tödlich, während in frühen Stadien hohe Überlebensraten erzielt werden. Eine vorsorgliche Polypenentfernung kann Darmkrebs verhindern.“

 

Auf der Tagung in Brünn wurde vor allem die wichtige Rolle der Hausärzte bei der Vorbeugung und Verhinderung von Darmkrebs herausgestellt. „Lassen Sie sich ab dem 50. Lebensjahr von ihrem Hausarzt über die Möglichkeiten der Prävention informieren“, rät Dr. Theilmeier. „Mit dem 55. Geburtstag steht jedem gesetzlich Versicherten eine Vorsorge-Koloskopie zu. Bei bekannten Krebsfällen in der nahen Verwandtschaft sollte man bereits früher aktiv werden.“

 

Der bng unterstützt die vom Gesetzgeber auf den Weg gebrachte Vorgabe, spätestens ab 2016 alle anspruchsberechtigten Bürger persönlich zur Darmkrebsvorsorge einzuladen. „Wir würden uns ganz im Einklang mit den Appellen der europäischen Fachwelt wünschen, dass die Umsetzung dieser Maßnahme deutlich schneller erfolgen kann“, sagt Dr. Theilmeier.

 

 

 


 

Schützt Aspirin vor Krebs?

Kein Ersatz für die Darmspiegelung

(28.04.2014)

Die aktuellen Meldungen über neue Datenanalysen aus großen Bevölkerungsstudien geben den Theorien über die Schutzwirkung des Aspirinwirkstoffs Acetylsalicylsäure (ASS) in Bezug auf Darmkrebs erneut Rückenwind. Doch man sollte die Hoffnungen nicht zu hoch ansetzen, meint Dr. Arno Theilmeier vom Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng). Von den Effekten profitieren, wenn überhaupt, nur wenige. „Die beste Vorsorge ist und bleibt die Darmspiegelung!“

 

„Über den Nutzen von ASS in der Krebsvorsorge streiten sich die Wissenschaftler seit Jahrzehnten“, erklärt der bng-Experte. „Bis heute gibt es kaum handfeste Argumente, die belegen, wer wirklich davon profitieren könnte. Angesichts von 64.000 Neuerkrankungen, die für 2014 bei Darmkrebs erwartet werden, ist das Problem viel zu ernst, um auf unbestimmte Hoffnungen zu setzen. Es kommt vielmehr darauf an, die Menschen zu motivieren, Vorsorgemaßnahmen wahrzunehmen, die tatsächlich Krebs verhindern können. Nur die Darmspiegelung schützt effektiv vor Darmkrebs.“

 

Die neuen Daten über die ASS-Schutzwirkung aus der Arbeitsgruppe von Andrew T. Chan von Harvard Medical School in Boston beziehen sich ausschließlich auf Menschen, in deren Darmschleimhaut ein bestimmtes Eiweiß in vergleichsweise großer Menge produziert wird. Bevor eventuell eine entsprechende Empfehlung gegeben werden könnte, müsste erst einmal die Eiweißproduktion bestimmt werden. Dazu müssten im Rahmen einer Vorsorge-Koloskopie Gewebeproben entnommen werden. Aber wenn sowieso eine Vorsorge-Koloskopie erforderlich ist, stellt sich die Frage, wo der zusätzliche Nutzen bleibt ?

 

 

Achtung! Leber!

14. Deutscher Lebertag

(20.11.2013)

Am heutigen Lebertag weisen Leberexperten wie schon in den vergangenen Jahren auf das Problem einer nach wie vor hohen Rate von unerkannten Lebererkrankungen hin. Der Berufsverband niedergelassener Gastroenterologen (bng) unterstützt die alljährliche Aufklärungsinitiative von Deutscher Leberstiftung, Deutscher Leberhilfe und Gastro-Liga.

 

„Lebererkrankungen verlaufen meist ohne spezifische Symptome und bleiben deshalb häufig unerkannt“, sagt der bng-Experte Dr. Karl-Georg Simon. Bei rechtzeitiger Diagnose kann die Grunderkrankung oft behandelt und somit das Fortschreiten des Leberschadens verhindert werden.

 

„Die Gefährdung wird im Allgemeinen unterschätzt“, weiß der Leber-Spezialist. „Die Menschen fragen: Wo soll ich eine Lebererkrankung her haben? Dabei kann schon die bei uns immer weiter verbreitete Mischung aus ungesunder Lebensweise, Übergewicht, Bewegungsmangel und regelmäßigem Alkoholkonsum die Grundlage für eine Verfettung der Leber ergeben, die dann in weiterer Folge zu schwerwiegenden Erkrankungen führen kann.“

 

Die niedergelassenen Gastroenterologen empfehlen erstmals im Rahmen des check up 35 Leberwerte (GPT, GOT und GGT-Wert) beim Hausarzt überprüfen zu lassen. Erhöhte Werte weisen auf eine Lebererkrankung hin. Die genauere Abklärung erfolgt dann beim Gastroenterologen, der je nach Ursache eine gezielte Therapie einleiten kann. Eine Änderung der Lebensgewohnheiten ist bei erhöhten Leberwerten zusätzlich immer sinnvoll.

 

Aktuelles

Im Rahmen der Rezertifizierung bzw. Re- Audits in den Darmzentren im Krankenhaus Martha-Maria Halle-Dölau, Diakoniewerk Halle und St. Elisabeth und St. Barbara Krankenhaus Halle bestätigte Onkozert im Auftrag der Deutschen Krebsgesellschaft den Status "Darmzentrum" an oben genannten Häusern. In allen 3 Darmzentren sind wir Kooperationspartner, zum Teil Hauptkooperationspartner. Die Zertifizierung schließt unsere Praxis ein.

Der Gastroenterologe

Ihr Magen-Darm-Doktor

(26.08.2013)

„Eine problemlose Verdauung ist eine grundlegende Bedingung für unser Wohlbefinden“, erklärt Dr. Dagmar Mainz vom Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng). „Bei Beschwerden und Erkrankungen hilft der Gastroenterologe, der Spezialist für Magen-, Darm- und Lebererkrankungen.“


Der Darm ist – nach der Haut - das größte Organ des Menschen. Es ist ganz normal, dass sich die Schleimhäute des Verdauungssystems im Laufe des Lebens verändern. So entstehen im Darm beispielsweise Divertikel oder Polypen. Solche Veränderungen können zu Erkrankungen mit gravierenden Folgen führen, wenn nicht rechtzeitig vorbeugend oder therapeutisch eingegriffen wird.


Die Leber ist nicht nur das wichtigste Organ zur Entsorgung schädlicher Stoffe, sondern darüber hinaus von zentraler Bedeutung für viele Stoffwechselprozesse. Sie ist ein ausgesprochen leistungsstarkes, aber auch ein sehr belastetes Organ. Überbeanspruchung z.B. durch Alkoholkonsum oder Fetteinlagerung oder die gar nicht so seltenen Infektionskrankheiten können Konsequenzen bis hin zum Organversagen haben.


Darm- und Lebertätigkeit sind nur zwei Beispiele für robuste Körperfunktionen, deren reibungslose Arbeit unser Wohlbefinden sicherstellt. Sie sind aber auch Beispiele für Organe, die bei Schädigungen typischerweise lange Zeit keine gravierenden Beschwerden verursachen. „Deshalb gibt es beim Gastroenterologen, dem Facharzt für Verdauungskrankheiten, die Möglichkeiten von Vorsorge-Untersuchungen wie Leber-Check oder Darmkrebs-Screening, die es erlauben, Veränderungen rechtzeitig zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen schlimme Erkrankungen zu verhindern“, so Dr. Mainz.

 

 

Vorsorge verhindert Krebs

Koloskopie-Screening lohnt sich

(24.06.2013)

Allein in den Jahren 2003 bis 2011 konnten im Rahmen des Darmkrebs-Screenings für gesetzlich krankenversicherte Bürger in 269.000 Fällen ein fortgeschrittenes Adenom entdeckt werden. „Durch die Entfernung dieser Krebsvorstufen im Zuge der Darmspiegelung wird Darmkrebs verhindert“, betont der Darmkrebsexperte Dr. Arno Theilmeier vom Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng).


Seit Einführung der Vorsorge-Untersuchung haben sich bis zum Jahresende 2011 etwa 4,6 Mio. Versicherte, rund 20 Prozent der Anspruchsberechtigten, einer Früherkennungs-Koloskopie unterzogen. Bei ca. 38.600 Teilnehmern (1,0 Prozent der Untersuchten) wurde ein kolorektales Karzinom diagnostiziert, das bei fast 70 Prozent der Betroffenen in einem frühen Erkrankungsstadium behandelt werden konnte.


Diese Zahlen nannte Dr. Lutz Altenhofen vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland anlässlich der alljährlichen wissenschaftlichen Fachtagung der niedergelassenen Gastroenterologen in Freiburg. Der unabhängige Experte verwies in diesem Zusammenhang auch auf die niedrigen Komplikationsraten der Untersuchung und betonte, dass qualitätsgesicherte Früherkennungs-Koloskopien zu einer Verringerung des Auftretens von Darmkrebs und zur Reduktion von darmkrebsbedingten Sterbefällen in der Bevölkerung beitragen.


Das gesetzliche Früherkennungsprogramm bietet ab dem 50. Lebensjahr einen Test auf verstecktes (okkultes) Blut im Stuhl an. Versicherte ab 55 Jahren haben einen Anspruch auf eine Darmspiegelung zur Früherkennung von Darmkrebs.

 

 

30 Jahre nach der Erstbeschreibung

Helicobacter macht immer noch viele Menschen krank

(03.06.2013)

Der Berufsverband niedergelassener Gastroenterologen (bng) erinnert daran, dass auch 30 Jahre nach der Erstbeschreibung durch Barry Marshall und Robin Warren immer noch rund ein Drittel der Bevölkerung mit dem Magenbakterium Helicobacter pylori infiziert ist. Die beiden Forscher waren 2005 für ihre Entdeckung aus dem Jahr 1983 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet worden.

 

„In den meisten Fällen bleibt die Infektion mit dem Magenkeim ohne Folgen“, erklärt bng-Sprecherin Dr. Dagmar Mainz, „Nichtsdestotrotz wissen wir, dass es Gastritis, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre sowie Magenkrebs auslösen kann. Etwa 20 Prozent der infizierten Menschen erkranken an einer dieser Krankheiten.“

 

Diagnose und Therapie von Helicobacter-Infektionen waren auch ein Thema bei der wichtigsten Fortbildungsveranstaltung der niedergelassenen Verdauungsmediziner, dem Gastroenterologischen Gesprächsforum Ende April in Freiburg. Prof. Dr. Joachim Labenz aus Siegen informierte seine Kollegen über den aktuellen Stand der medizinischen Behandlung.

 

Prof. Labenz machte sich in Freiburg dafür stark, dass alle Personen mit nachgewiesener Infektion eine Antibiotika-Therapie erhalten sollten, um die hohe Krankheitslast in Deutschland effektiv zu senken. Gleichzeitig bedauerte er, dass eine Impfung trotz erfolgreicher prophylaktischer und therapeutischer Versuche mit Tieren für den Menschen nicht in Sicht ist.

 

Start der Miracle-Studie - erster Teilnehmer eingeschlossen

Mit dem Einschluß des ersten Teilnehmers im Studienzentrum des Universitätsklinikums Halle hat die Miracle-Studie in Deutschland offiziell begonnen. In den nächsten Tagen werden weitere Arztpraxen und Kliniken als Miracle-Studienzentren eröffnen. Adressen und Kontaktdaten der aktuellen Studienzentren, an denen sie an der Studie teilnehmen können finden sie hier.

Dem Darmkrebs keine Chance

Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebstodesursache. Jahr für Jahr sterben in Deutschland fast 30.000 Menschen daran. Das muss nicht sein, denn ein rechtzeitig erkannter Darmkrebs ist heilbar! 80 Prozent aller Darmkrebs- erkrankungen sind durch eine vorsorgliche Darmspiegelung vermeidbar.

Der bng hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Öffentlichkeit mit seiner Kampagne stärker auf die Chancen der Darmkrebsvorsorge aufmerksam zu machen. Auf diesen Internetseiten finden Sie alles Wissenswerte zum Thema: "Ich geh´ da hin!"

 

Erblich vorbelastet

Darmkrebs-Vorsorge bei familiärem Risiko

(04.07.2011)

Der Befund von Polypen oder Krebs im Darm hat Bedeutung für nahestehende Verwandte. „Einerseits können solche Befunde in der Verwandtschaft ein erhöhtes Risiko für mich selbst erkennen lassen. Umgekehrt können solche Befunde bei mir eine Gefährdung nahestehender Angehöriger anzeigen“, erklärt Dr. Arno Theilmeier vom Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen.

 

Wenn Darmkrebs bei erstgradig Verwandten vorgekommen ist, besteht ein familiäres Risiko für diese Tumorform, das die Empfehlung für etwas engmaschigere Früherkennungsuntersuchungen als normalerweise angeraten begründet. Bereits ein Polyp im Dickdarm von Eltern, Geschwistern oder Kindern im Alter unter 40 Jahren kann auf eine erbliche Form von Darmkrebs hinweisen. Bei einer erblichen Belastung sollte die vorsorgliche Darmspiegelung bereits im Alter von 40 Jahren erfolgen. Im Einzelfall kann die erste Darmspiegelung schon im Alter von 25 Jahren angezeigt sein. „Bei mehreren Befunden in der Verwandtschaft sollten Sie sich dringend von einem Gastroenterologen beraten lassen“, empfiehlt Dr. Theilmeier.

 

Menschen bei denen mehr als zehn Polypen im Dickdarm oder die Diagnose einer Polyposis festgestellt wird, sollten sich darüber klar sein, dass nicht nur sie selber ein zwei- bis vierfach erhöhtes Erkrankungsrisiko haben, sondern auch ihre nächsten Angehörigen. „Es liegt in der Verantwortung jedes Betroffenen seine Eltern, Geschwister und Kinder über den Befund zu informieren und sie darauf hinzuweisen, unbedingt die Darmkrebsvorsorge in Anspruch zu nehmen“, sagt Dr. Theilmeier. Durch die Entfernung von Polypen im Rahmen der Darmspiegelung wird Darmkrebs verhindert. Rechtzeitig entdeckt ist die Krankheit in fast allen Fällen heilbar. Die gesetzlich geregelte Vorsorge beginnt mit 55 Jahren. Bei Vorliegen einer familiären Belastung erstatten die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten der Darmspiegelung auch unabhängig vom Alter.

 

Deutscher Lebertag

Leberwerte regelmäßig kontrollieren lassen!

(16.11.2010)

Der 11. Deutsche Lebertag am 20. November 2010 steht unter dem Motto „Wissenswerte Leberwerte“. Er soll die Sensibilität für Erkrankungen der Leber erhöhen. Ausrichter sind die Deutsche Leberhilfe, die Deutsche Leberstiftung und die Gastro Liga. Der Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng) ist Kooperationspartner der Initiative.

 

In Deutschland erkranken jedes Jahr mehr als 5.000 Menschen neu an Leberzellkrebs. Die Zahl der die Todesfälle hat sich seit den 70-er Jahren mehr als verdoppelt. Männer sind zwei- bis dreimal häufiger betroffen als Frauen. "Je früher Schädigungen der Leber entdeckt werden, desto besser stehen die Chancen gravierende Folgen wie Zirrhose oder Krebs durch eine rechtzeitige Behandlung zu vermeiden", betont Dr. Stefan Mauss vom bng.

 

Das Tückische bei Lebererkrankungen ist, dass sie kaum Symptome aufweisen. „Die Leber schmerzt nicht“, erklärt der bng-Experte, „deshalb bleiben Schädigungen oft unbemerkt. Eine regelmäßige Kontrolle der Leberwerte ist deshalb sehr zu empfehlen.“ Einen Bluttest kann jeder Hausarzt durchführen. Bereits der Wert der Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT, auch ALT) kann spezifisch auf eine Leberschädigung hinweisen.

 

Auch Gastroenterologen bieten natürlich einen Leber-Check an. Insbesondere bei Verdacht auf Lebererkrankungen kann der Facharzt weitere Laboruntersuchungen durchführen und eine spezifische Ultraschalluntersuchung vornehmen. In frühem Stadium können Lebererkrankungen gut behandelt und durch Änderungen des Lebensstils positiv beeinflusst werden. "Die Leber ist ein unverzichtbares Organ", betont Dr. Mauss, "Darauf zu achten, kann lebenswichtig sein."

 

Hochaktiv mit Morbus Crohn

Leistungssport trotz Handicap

(11.10.2010)

Neue Medikamente und lokale Betreuungsnetze, in denen Ärzte und Patienten auf Augenhöhe miteinander reden, verbessern die Lebensqualität von Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen so, dass sie relativbeschwerdefrei leben, arbeiten und sogar Leistungssport treiben können.

 

Etwa 320.000 Menschen in Deutschland leiden an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Die Krankheiten sind unheilbar, der Umgang mit der Erkrankung wird oft durch Tabuisierungerschwert. Im Rahmen des 3. Crohn und Colitis-Tages hat das lokale Kompetenznetz CED in Herne mit der Vorstellung von Patrick Dieckmann (31) aus Recklinghausen beispielhaft aufgezeigt, dass die medizinische Betreuung in spezialisierten Versorgungsnetzen nicht nur ein normales, sondern auch ein leistungsorientiertes Leben ermöglichen kann.

 

Der junge Mann verdankt seine Lebensqualität einer modernen Antikörper-Therapie. Inzwischen hat er ein Studium absolviert und geht einem geregelten Beruf nach. Er reist durch Europa und Amerika und verbringt seine Freizeit mit Joggen und Fußball. Im September 2010 lief er den Berlin Marathon in 3,5 Stunden. Lediglich alle acht Wochen muss er für eine Infusionin die Praxis seines Gastroenterologen kommen.

 

Für den Vorsitzenden des Berufsverbandes niedergelassener Gastroenterologen, Dr. Dietrich Hüppe, ist klar: „Bundesweit zeigen Erfolge in der Therapie von Patienten mit chronischentzündlichen Darmerkrankungen, dass eine kompetente, ambulante Therapie mit Antikörpern die Lebensqualität und die Integration der Betroffenen in einen normalen Alltag verbessert. Die Zahl der Krankenhausaufenthalte verringert sich, wodurch die sozialen Sicherungssysteme entlastet werden. Das macht lokale Betreuungsnetze auch für Krankenkassen interessant.“

Die Chance nutzen

Nur die Darmspiegelung schützt vor Darmkrebs

(20.09.10)
Jährlich sterben rund 26.000 Menschen in Deutschland an Darmkrebs, 73.000 Menschen erkranken im selben Zeitraum neu an dieser bösartigen Tumorform. Vorsorge und Früherkennung heißt die Strategie gegen diese harte Fakten. Die Koloskopie im Rahmen des Darmkrebs-Screenings bietetzuverlässigen Schutz.

Ab dem 50. Lebensjahr steigt das Risiko für eine Darmkrebserkrankung rapide an. "Wir wissen aus zahlreichen Erhebungen, dass in dieser Altersgruppe trotz Beschwerdefreiheit rund ein Prozent der Menschen bereits an Krebs erkrankt ist", erklärt Dr. Arno Theilmeier vom Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng). "Bei sechs bis acht Prozent dieser Menschen werden große Polypen auf der Darmschleimhaut gefunden, die als potenzielle Krebsvorstufen einzuschätzen sind. Die Darmspiegelung ermöglicht es, alle diese Schleimhautveränderungen nahezu risikofrei abzutragen und so einer Krebsentstehung vorzubeugen."

Seit 2002 steht jedem gesetzlich Versicherten ab dem 55. Lebensjahr eine präventive Darmspiegelung zu, die bei unauffälligem Erstbefund nach zehn Jahren wiederholt werden kann. Trotzdem nutzen nur etwa zwei bis drei Prozent der Anspruchsberechtigten diese Chance. Obwohl die Information über Darmkrebs inzwischen in der Bevölkerung angekommen ist, stellen sich immer noch viele auf den riskanten Standpunkt, dass sie das Problem nicht betreffe. Dabei spielt die unbegründete Angst vor der Untersuchung und der Diagnose Krebs ebenso eine Rolle wie die falsche Annahme, dass ohne Symptome kein Krebs vorhanden sein könne.

"Nur eine vorsorgliche Darmspiegelung gibt Sicherheit, frei von einer der verbreitetsten Krebsarten zu sein", so Dr. Theilmeier. "Wenn die Darmspiegelung ohne Befund bleibt, braucht man sich für die folgenden zehn Jahre keine Sorgen zu machen."

Fahrtüchtigkeit bei Leberzirrhose

Individueller Fahrtest zu empfehlen

(01.02.2010)

Patienten, die unter den Folgen einer fortgeschrittenen chronischen Lebererkrankung leiden, entwickeln häufig Hirnleistungsstörungen, die die Fahrtüchtigkeit einschränken können. Pauschale Beurteilungen sind aber unzureichend. Im Einzelfall zählt der individuelle Test.

 

"Die Leberzirrhose ist eine Folge chronischer Leberschädigungen, die dazu führt, dass das Organ eine seiner wichtigsten Aufgaben - die Entgiftung des Körpers - nicht mehr hinreichend erfüllen kann", erklärt Dr. Stefan Mauss vom Berufsverband der Niedergelassenen Gastroenterologen (bng). "Die Menschen sind schwer krank, weil viele andere Körperfunktionen in Mitleidenschaft gezogen sind. Auch das Gehirn kann betroffen und in seinen Funktionen eingeschränkt sein."

 

Die Zusammenhänge zwischen einer Lebererkrankung und einer möglicherweise verringerten Reaktionsfähigkeit sind jedoch schwer zu beurteilen. Versuche, aus dem Schweregrad der leberbedingten Hirnerkrankung auf die Fahrtüchtigkeit zu schließen, führen nicht zu eindeutigen Ergebnissen. Auf der anderen Seite hat eine aktuelle Untersuchung von Medizinern der Universität Düsseldorf klar gezeigt, dass betroffene Patienten ihre Fahrleistung oft überschätzen.

 

"Wenn Hirnleistungsstörungen bei Leberpatienten diagnostiziert werden, ist eine Überprüfung der Fahrtüchtigkeit im Interesse des Patienten und der anderen Verkehrsteilnehmer zu empfehlen", betont der Leberexperte des bng. "Pauschale Urteile helfen dabei aber nicht weiter. Die individuelle Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeugs sollte in einem realen Fahrtest festgestellt werden."

"Dem Darmkrebs auf der Spur"

Informationskampagne
zu Vorsorge, Diagnose und Therapie bei Darmkrebs

(www.dem-darmkrebs-auf-der-spur.de)

Darmkrebs ist die häufigste Krebserkrankung in Deutschland – jeder 20. Bundesbürger ist davon betroffen. Früh genug erkannt, ist die Erkrankung eine der wenigen Krebsarten, die heilbar sind. Da der Darmkrebs jedoch meist ohne typische Frühsymptome verläuft, wird er häufig erst in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium entdeckt.

Die bundesweite Kampagne "Dem Darmkrebs auf der Spur" ist bereits seit 2007 auf Tour, um über die Vorsorge, Diagnose und Therapiemöglichkeiten von Darmkrebs aufzuklären. Im Frühjahr 2010 macht die Kampagne in Hamburg, Chemnitz, München, Friedrichshafen und Frankfurt am Main halt. Am multimedialen Kampagnenstand können sich Interessierte an Schautafeln und interaktiven Computerterminals ausführlich darüber informieren wie Darmkrebs entsteht, wie er sich bemerkbar macht und wie er erkannt und behandelt werden kann. Darüber hinaus steht den Besuchern umfangreiches und kostenloses Informationsmaterial in Form von Broschüren, einem Hörbuch sowie einer DVD über moderne Darmkrebstherapien zur Verfügung. Den aktuellen Tourplan finden Sie hier.

 

Information für Leberpatienten

Eine innovative Methode Ihre Leber ohne Schmerzen nicht-invasiv zu untersuchen

Diabetes, Erkrankungen wie Hepatitis oder übermäßiger Alkoholgenuss, können über eine Entzündung der Leber zu einer Leberfibrose bis hin zu einer Lerberzirrhose führen. Bisher mussten sich Patienten, bei denen ein Verdacht auf eine Leberfibrose bestand, einer Leberpunktion unterziehen. Die nicht invasive Messung durch das neue Gerät Fibroscan® ermöglicht die völlig schmerzfreie Untersuchung der Leberfibrose. Die Methode beruht auf Ultraschallwellen, die die Leberelastizität messen und ist vergleichbar mit einer schmerzlosen Ultraschalluntersuchung. Die so genannte Elastometrie mit dem Fibroscan untersucht die Festigkeit der Leber- je fester, desto weiter fortgeschritten ist die Organschädigung.

Ein Tag wie jeder andere ?

Seit Juni 2009 wird eine neuartige Hilfestellung für Darmkrebspatienten, Angehörige und Interessierte angeboten.

www.darmkrebszentrale.de

Studie dokumentiert Koloskopie-Erfolg
Darmspiegelung verhindert Krebs

(11.05.09)

In einem groß angelegten Register haben die niedergelassenen Gastroenterologen die Ergebnisse von Vorsorge-Darmspiegelungen aus einem Drei-Jahres-Zeitraum von 2003 bis 2006 erfasst und ausgewertet. Erfolgschancen und das geringe Risiko des Darmkrebs-Screenings sind damitdokumentiert.

 

280 gastroenterologische Praxen haben sich an der Erfassung der Daten von fast 270.000 Koloskopien von Patienten mit einem Alter von über 55 Jahren beteiligt. Bei fast 20 Prozent der untersuchten Personen sind Polypen unterschiedlicher Größe, die als Vorstufen zu Darmkrebs entarten können, gefunden worden. Polypen größer als fünf Millimeter sind in 95 Prozent der Fälle im Zuge der Darmspiegelung entfernt worden. Darmkrebs wurde in 0,8 Prozent der Fälle festgestellt. Bei den Krebsstadien dominierten die Frühstadien (70 Prozent), die mit guten Erfolgschancen operativ behandelt werden können.

 

"Die hohe Entdeckungsrate bei Polypen und Frühstadien von Karzinomen bei gleichzeitig niedrigen Komplikationsraten (Perforationsrisiko bei nur 0,09 Prozent der Polypektomien) zeigt die Effektivität des Screenings", erklärt der bng-Experte und federführende Autor der Studie, Dr. Bernd Bokemeyer. "Leider liegt die Beteiligung der anspruchsberechtigten Bevölkerung ab 55 Jahren an der Darmkrebs-Vorsorgenur bei 2,9 Prozent im Jahr. Um die Sterblichkeit bei Darmkrebs wirklich senken zu können, sind intensive Bemühungen zur Aufklärung der Menschen und der sie behandelnden Ärzte erforderlich, damit Vorsorge-Koloskopie deutlich stärker in Anspruch genommen wird.

 

"Darmkrebs ist die häufigste Krebsart in Europa und eine der wichtigsten Krebstodesursachen in der westlichen Welt. In den letzten Jahren sind erhebliche Anstrengungen unternommen worden, um die Neuerkrankungen und die Sterblichkeit bei Darmkrebs zu senken. Die weltweiten Erfahrungen aus der Praxis und aus Studien weisen immer deutlicher darauf hin, dass die Darmspiegelung einschließlich Polypenentfernung die effektivste Methode ist, um diesem Ziel näher zu kommen. Der Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen engagiert sich in vielfältiger Weise an der Bekämpfung dieser tückischen Erkrankung und informiert insbesondere im Rahmen seiner Kampagne 'Ich geh' da hin!'

(www.ich-geh-da-hin.de).

M2PK-Stuhltest: Keine Alternative zur Koloskopie

(02.03.09)

Arbeitsmedizinischen Zentren und Arbeitsmedizinern wird zurzeit ein vom Hersteller als hochsensitiv bezeichneter Test zur Erkennung von Darmpolypen und Darmtumoren angepriesen. Dieser Test ist wegen seiner unzureichenden Sensitivität und Spezifität jedoch aus bng-Sicht zur Darmkrebsvorsorge völlig ungeeignet.

Das Enzym M2 Pyruvatkinase spielt im Stoffwechsel von Krebszellen eine wichtige Rolle. Es wird auch von Tumorzellen im Darm freigesetzt und kann im Stuhl mit dem M2PK-Test nachgewiesen werden. Alle vorliegenden, größeren Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Spezifität dieses Testes nicht
ausreichend ist und zu viele falsch positive Ergebnisse auftreten. Völlig unnötige Verunsicherung der Patienten ist vielfach die Folge. Keiner der führenden Darmkrebsexperten in Deutschland gibt eine Empfehlung für das Verfahren. In den maßgeblichen Leitlinien zum Dickdarmkrebs-Screening wird der Test mit keinem Wort erwähnt. "Der M2PK-Stuhltest ist wegen mangelnder Sensitivität keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen", so Dr. Dietrich Hüppe vom bng-Vorstand. "Es handelt es sich um eine IGEL-Leistung ohne diagnostische Sicherheit." Der Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng) rät deshalb von der Verwendung dringend ab.

"Der Anspruch eines Test zur Darmkrebs-Vorsorge sollte sein, auch die Vorläufer einer Krebserkrankung zu entdecken", betonen Dr. Andreas Leodolter und Prof. Dr. Joachim Labenz vom Ev. Jung-Stilling-Krankenhaus in Siegen in einer aktuellen Stellungnahme zum M2PK-Stuhltest. "Beim Dickdarm sind die Vorläufer Polypen, die bei einer Dickdarmspiegelung entfernt werden können. Die Dickdarmspiegelung", so heißt es weiter, "ist sicher die effektivste Methode zur Früherkennung des Dickdarmkrebs und die einzige Methode, mit der durch Entfernung von Polypen Krebs sogar verhindert werden kann." "Darmkrebsvorsorge ist ein Anliegen, dessen sich der bng sehr intensiv annimmt. Wir niedergelassenen Gastroenterologen sind die Spezialisten auf diesem Gebiet. Deshalb haben wir auch mit großem Aufwand die Vorsorgekampagne "Ich geh da hin" initiiert, mit der wir uns an alle Menschen der Zielgruppe ab 55 wenden, die Angebote zur Darmkrebsvorsorge wahrzunehmen", erklärt Dr. Franz Josef Heil vom bng-Vorstand. "Jeder gesetzlich Krankenversicherte hat nach dem 55. Lebensjahr alle zehn Jahre Anspruch auf eine Vorsorge-Koloskopie, die effektivste Methode zur  erhinderung von Darmkrebs."

 

Dickdarmkrebs: Risikofaktor Übergewicht

(10.12.08)

Übergewicht erhöht das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Das ist das Ergebnis einer japanischen Studie mit fast 8000 untersuchten Personen. Aus den Daten zieht der Studienleiter Yutaka Yamaji von der Universität Tokio den Schluss, dass Abnehmen das Krebsrisiko senkt.
Die Studienteilnehmer haben sich einer Darmspiegelung unterzogen. Ein Gastroenterologe, also ein Facharzt für Verdauungskrankheiten, kann durch die direkte optische Untersuchung der Darmschleimhaut Tumore und deren potenzielle Vorstufen, die Polypen, aufspüren. Die japanischen Mediziner haben ihre Befunde mit dem Körpergewicht der Testpersonen verglichen. Ein Drittel der Testpersonen ist darüber hinaus ein Jahr später erneut auf dieselbe Weise untersucht worden.
Bezogen auf Gewichtsklassen zeigte sich: Je höher der Body Mass Index (BMI) desto häufiger fanden sich Tumoren oder deren Vorstufen. Das Risiko war deutlich gesunken, wenn die Probanden über ein Jahr an Gewicht verloren hatten. "Auch wenn die Forscher ausdrücklich darauf hinweisen, dass neben der Gewichtsabnahme weitere Faktoren eine Rolle spielen können, ist doch klar, dass Übergewicht ein vermeidbares Risiko darstellt", erläutert Dr. Elmar Zehnter vom Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng).
Die Darmspiegelung, die jeder Krankenversicherte ab dem 56. Lebensjahr vorsorglich in Anspruch nehmen kann, ist die beste und sicherste Methode, um Darmkrebs zu verhindern oder zumindest rechtzeitig zu erkennen. Ein frühzeitig erkannter Darmkrebs ist heilbar! Durch die Entfernung von Polypen kann das Risiko einer Erkrankung ganz erheblich gesenkt werden.
Eine Darmspiegelung kann der niedergelassene Gastroenterologe auch kurzfristig durchführen.

 

Reizdarm kann man erfolgreich behandeln

(15.12.08)

Das Reizdarmsyndrom ist eine der häufigsten Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. Eine neue Studie macht unter anderen genetische Ursachen dafür verantwortlich. Die Betroffenen fühlen sich mit ihren Beschwerden oft nicht ernst genommen, dabei kann der Facharzt ihr Leiden lindern. "Mehrere Millionen Menschen leiden in Deutschland unter einem Reizdarm, aber nur rund 20 Prozent vertrauen sich mit ihrem Problem einem Arzt an", erklärt Dr. Franz Josef Heil vom Vorstand des Berufsverbandes der niedergelassenen Gastroenterologen (bng). "Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer." Die Ursachen der Erkrankung sind oft unklar und wahrscheinlich vielfältig.

Heidelberger Mediziner haben jetzt auf die entscheidende Rolle des Hormons Serotonin für die komplizierten Vorgänge im Verdauungstrakt hingewiesen. Patienten, die an Reizdarmsyndrom mit Durchfällen leiden, weisen häufig bestimmte genetische Veränderungen auf, welche die Funktion des Hormons beeinträchtigen und zu Störungen im Wasserhaushalt führen. "Eine solche Erklärung für die Entstehung von Durchfällen macht deutlich, dass ein gereizter Darm durchaus eine ernst zunehmende physiologische Ursache haben kann", kommentiert Dr. Heil. Eine Beteiligung von Serotonin kann die oft starken Schmerzen ebenso erklären wie die stärkere Betroffenheit von Menschen mit Depressionen. "In diesen Fällen wären weder Nervosität noch Depressivität Ursachen der Erkrankung, sondern die psychischen Probleme haben denselben Ursprung wie das Reizdarmsyndrom!", so Dr. Heil. "Damit kann die Krankheit zwar noch nicht geheilt werden, aber die Symptome lassen sich gut behandeln."

 

Zirrhose: Auch Galle kann Ursache sein

(01.12.08)

Für bis zu ein Fünftel der Patienten mit Leberzirrhose kann die Ursache der Organschädigung nicht angegeben werden. "Für eine adäquate Therapie ist dies aber einewichtige Voraussetzung"; betont bng-Experte Dr. Stefan Mauss.

Eine neu entdeckte Erbkrankheit könnte einen Teil dieser Fälle erklären. Virusinfektionen, Alkoholmissbrauch, autoimmune Erkrankungen und Stoffwechselkrankheitensind in der Regel die Ursachen von Leberentzündungen, die unbehandelt chronisch werden und zu schweren, mitunter lebensbedrohlichen Schädigungen des Organs führen können. Folge ist oft eine Leberzirrhose, bei der es zu Gewebeveränderungen und -vernarbungen kommt, sodass die Leber ihre Funktion nicht mehr erfüllen kann. Heidelberger Wissenschaftler haben jetzt eine Erbkrankheit beschrieben, bei der schädigende Inhaltsstoffe der Galle die Zirrhose auslösen. Den betroffenen Menschen fehlt ein schützender Stoff im Gallensaft. "Aus diesen Erkenntnissen ergeben sich neue Ansätze für die Behandlung", kommentiert Dr. Mauss vom Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng). "Lebererkrankungen sind tückisch, weil wir im Bereich der Leber keine Schmerzen empfinden", erklärt der Facharzt für Verdauungskrankheiten. "Deshalb werden krankhafte Veränderungendes Organs oft erst spät erkannt." Die Folgen einer Leberkrankung können aber gravierend sein und es ist unbedingt erforderlich, einen Verdacht auf eine Entzündung der Leber abklären zulassen.

 

Koloskopie: Berliner Akzeptanz-Studie

(26.11.08)

Die Darmspiegelung ist das sicherste und beste derzeit verfügbare Verfahren zur Vorbeugung und Früherkennung von Darmkrebs.

Eine Berliner Studie zeigt jetzt, dass die Methode entgegen immer noch verbreiteten Bedenken von den Patienten sehr gut akzeptiert wird.

Von Herbst 2006 bis Frühjahr 2008 wurden in 19 Berliner Praxen 12.800 Vorsorge-Koloskopien umfassend dokumentiert. Die Patienten erhielten Fragebögen, die sie nach einer Woche zurücksenden sollten. Darin wurde unter anderem die Akzeptanz von Vorbereitung und Durchführung der Darmspiegelung abgefragt. 79 Prozent der Patienten haben die Fragebögen ausgefüllt und abgegeben. 76 Prozent davon bezeichneten die Koloskopie als gut akzeptabel, 16 Prozent als etwas unangenehm.

"Die zurück gemeldete Erfahrung der Patienten dokumentiert, dass mit modernen Darmreinigungsverfahren und hochentwickelten Koloskopie-Geräten so gut wie immer eine problemlose Untersuchung sicher gestellt ist", kommentiert Dr. Rolf Drossel, der an dergemeinsamen Studie mit Medizinern der Charité in Berlin maßgeblich beteiligt ist. Die Berliner Studie belegt darüber hinaus die hohe Qualität bei der Durchführung der Darmspiegelung in den Praxen der niedergelassenen Gastroenterologen. Vollständige und gründliche Inspektion (96,8 Prozent) bei hoher Rate an entdeckten Karzinomen (0,6 Prozent) und deren Vorstufen (19,4 Prozent) sowie niedriger Komplikationsrate (0,4 Prozent) konnten nachgewiesen werden.

 

Check-up für die Leber

(18.11.08)

Die Deutsche Leberhilfe, die Deutsche Leberstiftung und die Gastro-Liga haben den 20. November 2008 zum 9. Deutschen Lebertag erklärt. Der Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterolgen (bng) schließt sich dem Aktionstag an und ruft zum "Check-up für die Leber" auf.Die Schätzungen über die Anzahl der Lebererkrankten in Deutschland reichen von drei bis fünf Millionen. Genau kennt niemand diese Zahl, denn die Leber schmerzt nicht. Vier von fünf Betroffenen wissen überhaupt nicht, dass die wichtige Entgiftungsstation ihres Körpers geschädigt ist. Selbst bei den viralen Leberentzündungen haben nur weniger als die Hälfte der Betroffenen Kenntnis von ihrer oft lebensbedrohlichen Erkrankung."Unbemerkte Lebererkrankungen können zu schweren, chronischen Erkrankungen führen", erklärt der bng-Experte Dr. Stefan Mauss. "Wer seine Leberwerte regelmäßig beim Haus- oder Facharzt kontrollieren lässt, sichert seine Chance, dass eventuelle Lebererkrankungen frühzeitig diagnostiziert und dann auch erfolgreich behandelt werden können."Erkrankungen der Leber können viele Ursachen haben. Angeborene Stoffwechselstörungen und virale Infektionen gehören ebenso dazu wie Alkohol, Übergewicht und falsche Ernährung, Umweltgifte oder Nebenwirkungen von Medikamenten. "Leberkrankheiten können jeden treffen", betont Dr. Mauss, "deshalb ist die Kontrolle der Leberwerte für jeden wichtig!"